MFA-Kündigungen: Die Perspektive zählt

ℹ️ Der Berufsverband der HNO-Ärzte meldet nach einem Bericht der Ärzte Zeitung von gestern über eine “desolate Personalsituation” in den Praxen.

➡️ Eine Umfrage ermittelte, dass die Hälfte aller Fachpraxen medizinische Fachangestellte (MFA) sucht, mit durchschnittlich ein bis drei offenen Stellen pro Praxis.

➡️ Fast zwei Drittel der HNO-Praxen haben im letzten Jahr Mitarbeiter an andere Praxen, Krankenhäuser oder den öffentlichen Gesundheitsdienst verloren, meist aufgrund arbeitnehmerseitiger Kündigungen.

➡️ Hauptgründe für Kündigungen sind zu geringes Gehalt (36%), zu viel Arbeit (35%) und unfreundliche Patienten (28%).

➡️ Obwohl knapp 51% der HNO-Ärzte übertariflich zahlen, können sie im Konkurrenzkampf um Fachpersonal nicht mithalten. Dies führt zu längeren Wartezeiten und weniger Untersuchungen für Patienten.

‼️Der Verband fordert eine neue Kalkulation des Personalkostenanteils in der ärztlichen Vergütung, um den Fachkräftemangel zu beheben. Beispielsweise soll das Durchschnittsgehalt von Sozialversicherungsfachangestellten als Grundlage verwendet werden, da MFA in Praxen deutlich weniger verdienen als in Kliniken oder bei Krankenkassen.

➡️ Die Resultate aus Praxismanagement-Betriebsvergleichen zeigen jedoch, dass die Gehalts-Situation nur ein Teil des Problems ist, denn in HNO-Praxen wird nur ein geringer Teil des Best Practice-Standards der Mitarbeiterführung umgesetzt.

ℹ️ Diese validierte Leitlinie beschreibt alle Instrumente, Regelungen und Verhaltensweisen, die für eine funktionierende Personalführung einer Arztpraxis unerlässlich sind.

‼️So gibt es kaum Feedback-Gespräche, Ziele und Werte oder professionelle Praxisbesprechungen, auch Verbesserungs-Vorschläge des Personals finden kaum Beachtung und an Wertschätzung der MFA mangelt es ebenfalls. Die genannten Aspekte fördern ergänzend die Wechselbereitschaft.