Praxismanagement-Insuffizienz in deutschen Arztpraxen: Mit einfachen Mitteln effizient therapierbar

Worum es geht

Zwei Drittel der deutschen Arztpraxen weisen – in unterschiedlicher Intensität – Fehlregulierungen der Praxisarbeit auf. Das Ergebnis einer Exploration zeigt, welches Verbesserungs-Potenzial mit einem einfachen Verfahren aktivierbar ist.

Praxismanagement-Insuffizienz, die Systemkrankheit

Sind die von Praxisteams ausgewählten Regelungen des Praxismanagements nicht geeignet, den Praxisbetrieb so zu gestalten, dass er den Anforderungen des Arbeitsalltages gerecht wird und grundsätzlich reibungslos funktioniert, spricht man von Praxismanagement-Insuffizienz (PMI). Grund für ihr Auftreten ist, dass

  • die Auswahl der getroffenen Vorkehrungen und realisierten Maßnahmen unvollständig und / oder falsch bzw.
  • ihre Umsetzung unzureichend und / oder fehlerhaft ist.

Zwei Drittel der deutschen Arztpraxen sind von ihr betroffen, der größte Teil der Betriebe im PMI-Grad III. Hierbei ist das Praxismanagement durch eine Vielzahl von täglich auftretenden Problemen gekennzeichnet, die sich in ihrem Zusammenwirken dauerhaft und spürbar auf die Arbeitsqualität, die Praxisteams selbst und die Patienten auswirken. Die Arbeitsatmosphäre ist durch wechselnde Intensitäten von Hektik und Stress charakterisiert, mehr und mehr Patienten beschweren sich, Arbeiten bleiben teilweise unerledigt.

In Eigenregie zur Problemlösung

Die einfachste, aber effektivste Gegenstrategie besteht in der Durchführung von Praxismanagement-Analysen. Hierbei ist es gar nicht notwendig, die Hilfe eines Vor-Ort-Beraters in Anspruch zu nehmen, denn die gesuchten Ansätze lassen sich einfach mit Hilfe eines Abgleichs mit dem Best Practice-Standard identifizieren. Eine Auswertung von hundert mit diesem Verfahren durchgeführter Praxisanalysen (Zufallsauswahl, verschiedene Fachrichtungen und Praxisgrößen) demonstriert, wie groß das Verbesserungspotential in Arztpraxen ist. Hierbei ergaben sich – um identische Anregungen bereinigt -:

  • 1.308 Vorschläge der Medizinischen Fachangestellten,
  • 1.131 Anregungen der Patienten und
  • 1.443 Verbesserungsoptionen aus Vergleichen mit Betrieben der jeweils gleichen Fachgruppe.

Insgesamt belief sich das Optimierungspotential der untersuchten Praxisbetriebe damit auf 3.882 verschiedene Ansätze, pro Praxis im Mittel knapp 40 Möglichkeiten. An erster Stelle standen – mit weitem Abstand – Organisations-Verbesserungen.

Mit einem Expertensystem zur Praxis-Expertise

Um für eine Haus- oder Facharztpraxis ihren spezifischen PMI-Grad zu bestimmen und die geeigneten Ansätze zur Beseitigung zu bestimmen, muss – wie bereits angeführt – kein Berater in die Praxis kommen, denn die notwendigen Angaben können bei Einsatz des IFABS Assessment-Systems unaufwendig mittels Fragebogen erhoben werden. Das spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern führt auch zu besseren Analyse-Ergebnissen, da ein Expertensystem mit mehr als 15.000 autorisierten Praxismanagement-Beschreibungen als Auswertung-Basis dient. Das Ergebnis sind punktgenaue, detaillierte Praxis-Expertisen mit Aktionsplänen.

Drei Varianten

Praxisinhabern stehen drei validierte Instrumente zur Verfügung, ein solches Verfahren umzusetzen:

  • Das Self Assessment Praxisführung beruht auf der Praxismanagement-Beschreibung des Praxisinhabers. Etwa 30 Minuten Arbeitszeit werden hierfür benötigt.
  • Beim Team Assessment Praxismanagement werden zusätzlich die Mitarbeiterinnen um eine Beschreibung ihres Arbeitsrahmens gebeten. Der Aufwand für die Bearbeitung des Anamnese-Bogens liegt bei etwa 20 Minuten.
  • Ergänzend kommt beim 360-Grad Assessment Praxismanagementeine Patientenbefragung hinzu, in die bis zu 100 Praxisbesucher einbezogen werden können.

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