Unternehmerische Praxisführung: Warum Haus- und Fachärzte mit Positivität erfolgreicher sind

Worum es geht

Bei den Entwicklungs-Möglichkeiten des Praxismanagements bleibt ein Aspekt so gut wie unbeachtet: die Positivität. Ihr Fehlen als Praxis-Wert führt zu einer Vielzahl von Barrieren, die das aktivierbare Leistungspotenzial in jeder Hinsicht einschränken.

Der Unterschied von Positivität und positivem Denken

Der Begriff „Positivität“ bezeichnet den Handlungs-Grundsatz, sich gezielt auf Positives zu fokussieren. Im Gegensatz zum positiven Denken, mit dem versucht wird, ein Vorstellungs-Idealbild Realität werden zu lassen, u. U. auch durch Umdefinition des Existierenden, bezieht sich der erstgenannte Ansatz auf die Beachtung positiver Situationen und Erfahrungen der Realität, ohne jedoch negative Aspekte auszublenden.

Fehlende Positivität im Praxis-Alltag

Positivität ist ein Wert, der aufgrund seiner motivatorischen Wirkung in keiner Arztpraxis fehlen sollte, aber tatsächlich viel zu wenig beachtet wird.
Der „Klassiker“ fehlender Positivität ist die Suche nach Fehlern und Verantwortlichen, um das Missmanagement zu ahnden.

Ihr Mangel wirkt sich nicht nur auf Zusammenarbeit von Praxis-Teams, sondern auch auf das Praxis-Patienten-Verhältnis aus. Ob in einem Betrieb Positivität herrscht, bestimmt der Inhaber. Werden Medizinische Fachangestellte kontinuierlich mit negativ ausgerichteten Aussagen konfrontiert, richtet sich deren Energie, die immer der Aufmerksamkeit folgt, auf Negatives. Rein sachlich kann das in Einzelfällen sinnvoll sein, da beispielsweise intensiver auf Fehlervermeidung geachtet wird, motivatorisch ist es kontraproduktiv, da sie die Stärken und das Positive der Arbeit aus dem Blick verlieren. Eine derartige einseitige Konditionierung prägt sukzessive auch das Verhältnis zu den Patienten und fokussiert auf die Aspekte, die nicht funktionieren, z. B. eine vergessene Versicherungskarte und die dann überbewertet werden.

Fazit

Positivität schließt sachliche Kritik nicht aus, setzt sie jedoch immer in den Kontext einer positiven Grundatmosphäre, die für eine produktive und motivierte Kooperation in Arztpraxen unabdingbar ist. Gleichzeitig bietet sie dem Personal auch emotionale Sicherheit und Orientierung,