Typologie der haus- und fachärztlichen Betriebsführung

Worum es geht

Der Best Practice-Standard definiert alle Instrumente, Regelungen und Verhaltensweisen, die ein in jeder Arbeits-Situation reibungslos funktionierendes Praxismanagement gewährleisten. Auf der Basis von Praxismanagement-Betriebsvergleichen und in Abhängigkeit vom Umsetzungs-Grad dieses Standards lässt sich eine Typologie der Praxisführung ableiten.

Warum eine Typologisierung wichtig ist

Die Bildung von Typologien ist hilfreich, weil sie einen Rahmen für das Verständnis bieten, wie Probleme oder Lösungen identifiziert, kategorisiert und beseitigt werden können.

Die Praxismanagement-Typologie

In Bezug auf die Praxisführung existieren vier Grund-Typen:

Best Practice-Management

Diese Praxen werden professionell, umfassend, strategisch fundiert und erfolgreich geführt. Über Frühindikatoren antizipieren die Inhaber Trends und Möglichkeiten, sind in hohem Maß veränderungsbereit und offen für Neuerungen. Nur etwa 20% der deutschen Haus- und Facharzt-Praxen fallen in diese Kategorie.

Above Average-Management

In diesen Praxen wird bereits ein Großteil der für eine professionell-strategisch ausgerichtete Praxisführung relevanten Leistungsmerkmale umgesetzt, allerdings noch nicht mit der Konsequenz und dem Erfolg wie in den Betrieben der Best Practitioner.

Borderline-Management

Praxisinhaber dieser Gruppe sind im Hinblick auf die Umsetzungsintensität des strategischen Praxismanagements zwischen dem Above Average- und dem Minimal-Management angesiedelt. Viele Ärzte in diesen Praxen wissen, dass Veränderungen in ihren Betrieben notwendig wären, handeln aber derzeit nicht. In welche Richtung sie sich entwickeln, hängt maßgeblich von der zukünftigen Entwicklung ihrer unternehmerischen Grundhaltung ab. Initiieren sie Verbesserungen der Praxisarbeit, können sie ihre Betriebe zu Best-Practice-Anwärtern entwickeln. Andernfalls gehen sie mittelfristig in den Bereich der Minimalisten über.

Minimal-Management

Hierbei handelt es sich eine rudimentäre Betriebsführung, die eine Arbeit in sehr engen Grenzen gestattet, jegliche strategische Ausrichtung fehlt jedoch.

Sanierungsfall Praxisführung

In Arztpraxen werden – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – im Mittel nur 53% der für ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt, die hieraus resultierende Patientenzufriedenheit erfüllt lediglich 61% der Anforderungen und Wünsche.

Der deutsche Durchschnitts-Praxisinhaber arbeitet deshalb mit einem Borderline-Management.

Die konkreten Auswirkungen dieses Zustandes erleben Praxisteams täglich in Form von Stress, Ärger und Demotivation. Und selbst in Betrieben, in denen die Teams akut keine Beeinträchtigung ihrer Arbeit verspüren, existieren häufig Risikofaktoren, die mittel- bis langfristig zu Problemen führen.

In Eigenregie zu Verbesserungen

Das „Tragische“ dieser Situation ist, dass die meisten Problemlösungen in den Praxen bekannt bzw. durch eine einfache Selbstanalyse identifizierbar sind. Doch vielen Ärzten fehlen Grundkenntnisse und / oder die Zeit, sich im Praxisbetrieb hierum adäquat kümmern zu können. Ein Ausweg wäre der Rückgriff auf externe Berater. Deren Hilfe ist jedoch teuer und die eingesetzten Spezialisten bieten oftmals nur Standardlösungen. Einen Ausweg bietet die Durchführung eines Praxismanagement-Betriebsvergleichs, der ohne einen Vor-Ort-Berater und ohne großen Aufwand in kürzester Zeit umsetzbar ist. Im Mittel identifiziert er für den einzelnen Praxisbetrieb 40 bislang ungenutzte Verbesserungsmöglichkeiten des Managements.