❓ Worum es geht
Was kennzeichnet eigentlich die Early Adopter unter den niedergelassenen Ärzten, die Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) verordnen? Eine explorative Auswertung von 150 zufällig ausgewählten Arztpraxen unseres Praxismanagement-Betriebsvergleich-Pools, deren Inhaber angeben, DiGA zu verordnen, zeigt eine Tendenz:
‼️ Es handelt sich fachgruppenübergreifend vor allem um Praxisinhaber, deren Betriebe eine überdurchschnittlich hohe Umsetzungs-Quote des Best Practice-Standards (BPS) der Praxisführung aufweisen. Diese validierte Leitlinie beschreibt alle Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die in den Aktionsbereichen der Praxisführung, von der Planung über Marktforschung, Organisation, Führung, Patientenbetreuung und Marketing bis zum Controlling, für eine auch unter wechselnden Anforderungen reibungslos funktionierende Arbeit unerlässlich sind.
⚠️ Realisieren Haus- und Facharztpraxen im Mittel lediglich knapp 52 % des Standards( Optimum: 100 %), weisen DiGA-anbietende Betriebe Werte von 75 % und mehr auf. Oder umformuliert: die betrachteten DiGA-Verordner betreiben eine hochprofessionelle Praxisführung. Das unterstreichen weitere Charakteristika ihrer Praxis-Performance:
➡️ Liegen die ärztlichen Selbstauskünfte zur Einsatz-Intensität von Digital-Lösungen, über DiGA hinaus, bei etwa 15 %, geben Best Practitioner einen Wert von durchschnittlich 46 % an. Das bedeutet: Ärzte in Betrieben mit hohem BPS sind technologisch deutlich versierter und / oder aufgeschlossener gegenüber digitalen Neuerungen.
➡️ Diese Praxisinhaber verfügen nach eigenen Angaben, im Gegensatz zu vielen anderen Kolleginnen und Kollegen, über eindeutige Praxis-Strategien, in denen auch die Digitalisierung berücksichtigt wird. Sie haben in diesem Kontext u. a. die Potenziale von DiGA erkannt und nutzen sie konsequent. Ihre Zielsetzung ist dabei die Verbesserung der medizinischen Patientenversorgung, aber ebenso die eigene Positionierung und Imagebildung.
➡️ Auch der Patient Care Quality Score ( PCQS), das Verhältnis aus Patientenanforderungen und -Zufriedenheit, ist in den betrachteten Betrieben deutlich besser ausgeprägt. Das liegt u. a. daran, dass die betrachteten Ärzte grundsätzlich einen starken Fokus auf Patientenbedürfnisse und -zufriedenheit legen. Hierbei unterstützen sie DiGA als individualisierte, patientenzentrierte Therapieoptionen für digitalaffine Patienten.
➡️ Im Rahmen des Best Practice-Standards kommt der Organisationsqualität eine hohe Bedeutung zu. Vor diesem Hintergrund ist es auch kein kapazitäres oder zeitliches Problem, innovative Behandlungsmethoden auszuprobieren und in den Alltag zu integrieren.
➡️ Ärzte, die den Standard implementiert haben, realisieren mit ihrem Personal oft eine Kultur der Veränderungsbereitschaft und des Innovationsgeistes. Das belegen die DiGA-Nennungen im SWOT-Teil der Betriebsvergleiche.
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