Transformation der Arbeit in Arztpraxen: Wie sich ein unzureichendes Praxismanagement auf die Digitalisierung auswirken wird

Worum es geht

Die digitale Transformation wird die Praxisarbeit deutlich verändern, in Teilbereichen auch erleichtern. Voraussetzung dafür, dass Digital-Lösungen aber überhaupt sinnvoll eingesetzt werden können, ist ein funktionierendes Praxismanagement. Doch davon sind die meisten Praxisbetriebe heute noch weit entfernt, eine Situation, die ohne Veränderungen nicht ohne Folgen bleiben wird.Orthopäden: Ich habe für meinen Praxisbetrieb strategische Ziele definiert.

Probleme der anderen Art…

  • Wieso wurde das persönliche Erstgespräch mit Frau X in die Video-Sprechstunde gebucht?
  • Warum erfolgte keine Einspielung der Selftracking-Daten von Herrn Y.?
  • Wieso fehlen bei den gescannten Unterlagen von Frau Z. zwei Seiten?
  • Wo sind die MRT-Resultate von Herrn Y., die der Radiologe transferiert hat?
  • Weshalb ist das Praxissoftware-Update immer noch nicht eingespielt?

Setzt man die gegenwärtigen Probleme, mit denen Praxisteams täglich zu kämpfen haben, in den Kontext eines digitalisierten Praxismanagements, wird deutlich, welche Wichtigkeit ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement besitzt, um Digital-Lösungen reibungslos in den Arbeitsalltag zu implementieren und ihre Vorteile überhaupt nutzen zu können.

…und ihre Folgen

Bleibt das heutige Praxismanagement unverändert, d. h. werden in Arztpraxen – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – auch weiterhin durchschnittlich nur 53% der für ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement notwendigen Regelungen und Instrumente (Best Practice-Standard) eingesetzt, hat das erhebliche negative Konsequenzen, denn

  • Medizinische Fachangestellte werden nicht mehr nach Papierunterlagen, sondern nach Dateien suchen,
  • bei den Wartezeiten, über die „analogen Patienten“ gegenwärtig klagen, kommt es durch digitale Praxisbesucher – und auch für diese Gruppe selbst – zu weiteren Verlängerungen,
  • es entstehen Zusatzarbeiten durch mangelnde Sorgfalt und
  • viele Praxisteams, die aufgrund einer zu geringen Personalbesetzung schon heute am Limit arbeiten, werden durch die Strukturierung und Verwaltung eines stark ansteigenden Datenaufkommens sowie durch neue Tätigkeiten noch mehr überfordert.

Licht am Ende des Tunnels

Digital-Lösungen benötigen als Einsatzrahmen ein Best Practice-orientiertes Praxismanagement. Die notwendigen Vorkehrungen hierfür sind überschaubar, die Umsetzung einfach, vorausgesetzt, ein Praxisteam ist bereit, die etablierten Routinen zu verlassen. Dass hierzu ein Trend besteht, zeigt ein Vergleich des Practice Management Quality Scores (PMQS, das Verhältnis aus den Praxismanagement-Gegebenheiten einer Arztpraxis in Relation zum Best Practice Standard) der Jahre 2015 und 2017. Lag der Anteil der Best Practice-Praxen (PMQS > 80%) 2015 bei 19%, vergrößerte sich der Anteil 2017 auf 23%. Die Verbesserung erwächst aus der Erkenntnis der Ärzte, dass sie den sich deutlich verändernden Anforderungen (Administration, Patientenwünsche, Wettbewerb etc.) auf Dauer nicht mehr mit einem „dysfunktionalen Schmalspur-Management“ begegnen können.

Mit einfachen Mitteln zu einer Best Practice-Praxisführung

Der Weg dorthin ist äußerst einfach: gerade einmal 30 Minuten Arbeitszeit benötigt ein niedergelassener Arzt, sein gegenwärtiges Praxismanagement zu dokumentieren, ergänzt um Angaben seiner MFA (ca. 20 Minuten) und die Durchführung einer Patientenbefragung. Über einen Kombinations-Auswertung mit Benchmarking, Betriebsvergleich und Optimierungsanalyse lassen sich auf diese Weise pro Praxisbetrieb durchschnittlich 38 ungenutzte Best Practice-Ansätze identifizieren, die zum größten Teil mit geringem Aufwand in Eigenregie umsetzbar sind.


Der Valetudo Check-up „Praxismanagement“: Der einfache Weg zur Best Practice-Praxisführung.

Valetudo Check-up-Familie

 Alle Informationen im Überblick…


©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)