Der Mythos ausreichender Patientenzahlen: Warum jede Arztpraxis die Digitalisierung benötigt

❓Worum es geht

Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist eine unaufhaltsame Entwicklung. Trotzdem gibt es eine große Anzahl Ärzte, die der Meinung sind, ihre Praxen bräuchten keine digitalen Tools oder Online-Systeme, weil sie bereits “genügend” Patienten hätten. Diese Einstellung ist nicht nur ein rückwärtsgewandtes toxisches Mindset, sondern auch geschäftlich riskant.

1️⃣ Patientenerwartungen ändern sich

Die Erwartungen der Patienten ändern sich stetig. Die jüngere Generation ist an digitale Dienste gewöhnt und erwartet diese auch im Gesundheitswesen. Eine Praxis, die hier nicht mithält, verliert langfristig Patienten.

2️⃣ Effizienz und Qualität

Digitale Tools steigern die Effizienz einer Praxis erheblich. Online-Terminbuchungen zum Beispiel minimieren den Verwaltungsaufwand und reduzieren das Risiko von Fehlern. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) unterstützen die Therapie, stärken die Selbstverantwortung der Patienten eine bessere Nachsorge und Patientenbindung.

3️⃣ Wettbewerbsvorteile

Die Digitalisierung bietet Wettbewerbsvorteile. Selbst wenn eine Praxis derzeit genügend Patienten hat, was ist mit der Zukunft? Die Konkurrenz schläft nicht und Praxen, die frühzeitig auf digitale Lösungen setzen, werden besser positioniert sein.

4️⃣ Anpassungsfähigkeit

Die Fähigkeit zur Anpassung an neue Technologien ist ein Zeichen von Agilität und Zukunftsorientierung. Das Gesundheitswesen wird zunehmend komplexer, und Praxen, die nicht auf dem neuesten Stand sind, riskieren, von der Entwicklung abgehängt zu werden.

5️⃣ Datengetriebene Entscheidungsfindung

Digitale Werkzeuge ermöglichen es, umfangreiche Daten zu sammeln, die zur Optimierung verschiedener Praxisbereiche genutzt werden können. Eine datengetriebene Entscheidungsfindung versetzt Ärzte in die Lage, bessere diagnostische und therapeutische Urteile zu treffen und auch im Praxismanagement effizienter werden

6️⃣ Besseres Zeitmanagement

Digitale Werkzeuge wie Online-Terminplaner können dazu beitragen, die Zeit besser zu managen. Das gibt dem Arzt mehr Zeit, sich auf das Wesentliche, die Patientenversorgung, zu konzentrieren.

7️⃣ Resilienz in Krisenzeiten

Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig digitale Werkzeuge für den reibungslosen Betrieb einer Praxis sein können. Telemedizin, Online-Beratungen und digitale Rezepte sind in solchen Zeiten nicht nur nützlich, sondern oft unverzichtbar.

8️⃣ Verbesserte Kommunikation mit Patienten

Digitale Plattformen können als Kommunikationsmittel zwischen Arzt und Patient dienen. Sie ermöglichen einen einfacheren Zugang zu Gesundheitsinformationen, Terminplanungen und anderen relevanten Dienstleistungen.

9️⃣ Gesundheitsüberwachung und Prävention

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) ermöglichen durch Rückkoppelungen eine bessere Überwachung der Patientengesundheit. Mobil-Geräte können Praxen Daten liefern, die zur Früherkennung von Erkrankungen beitragen und die Einleitung geeigneter präventiver Maßnahmen ermöglichen.

🔟 Skalierbarkeit der Praxis

Digitale Werkzeuge erleichtern die Skalierung einer Praxis. Ob es darum geht, neue Patientengruppen zu betreuen oder weitere Standorte zu eröffnen, eine gut durchdachte digitale Infrastruktur erleichtert das Wachstum. Sie bietet ein Fundament, das unproblematisch erweitert werden kann, ohne dass man jedes Mal bei Null anfangen muss.

‼️ Fazit

Die Annahme, dass eine Praxis keine Digitalisierung benötigt, weil sie bereits genügend Patienten hat, ist kurzfristig gedacht und birgt zahlreiche Risiken. Von der Effizienzsteigerung über die Patientenbindung bis hin zu rechtlichen Aspekten gibt es zahlreiche Gründe, warum eine Modernisierung im digitalen Bereich für jede Praxis sinnvoll ist.

🚨 Unbedingt notwendig: eine Strategie

Dafür ist aber eine gut durchdachte Digitalisierungs-Strategie notwendig, die es Haus- und Fachärzten ermöglicht

  • Zeit und Geld effizient einzusetzen,
  • Prioritäten zu setzen und alle Aktivitäten perspektivisch an den persönlich wichtigen Zielen auszurichten,
  • das Personal systematisch zu schulen und einzuarbeiten,
  • Fallstricke zu vermeiden und Veränderungsprozesse abzusichern,
  • nachhaltig erfolgreich digital zu agieren.

📕 Alles, was Haus- und Fachärzte hierzu wissen müssen, findet sich in der Publikation: „Digitalisierungs-Strategien: Best Practices zur Entwicklung und inhaltlichen Gestaltung für Haus- und Fachärzte“

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