Worum es geht
Befeuert durch den Fachkräfte-Mangel sind Arztpraxen heute mehr denn je gefordert, effiziente und zugleich attraktive Arbeitsumgebungen für potenzielle neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. Bei der Suche unterlaufen vielen Praxen jedoch zwei wesentliche Fehler, die ihre Anziehungskraft auf qualifiziertes Personal signifikant mindern.
Fehler 1: Die Praxis als starre Struktur
Der erste fundamentale Fehler liegt in der Darstellung der Praxis als eine starren, unveränderliche Struktur. Viele Praxen präsentieren sich in Stellenanzeigen und Bewerbungsgesprächen als feste Entitäten, in die sich die Bewerber einpassen müssen. Diese Herangehensweise schreckt jedoch viele potenziell talentierte Kandidaten ab, die nach dynamischen und entwicklungsfähigen Arbeitsumgebungen suchen, in denen sie die Möglichkeit einer Mitgestaltung ihres Arbeitsplatzes haben.
Die Notwendigkeit eines flexiblen Arbeitsumfelds
In einer Zeit, in der Anpassungsfähigkeit und kontinuierliche Verbesserung Schlüsselkomponenten für den beruflichen und betrieblichen Erfolg sind, kommen auch Praxisbetriebe nicht umhin, ihre Strukturen und Prozesse kontinuierlich den sich dynamisch wandelnden Anforderungen anzupassen. Wird dieses Prinzip tatsächlich verfolgt, sollte eine Arztpraxis auch diesen Wert herauszustellen. Das bedeutet, dass Veränderungen und Entwicklungen nicht nur möglich, sondern erwünscht sind und neue Mitarbeiter als aktive Teilnehmer an diesem Prozess gesehen werden. Ein solches Umfeld ist attraktiver für Bewerber, die sich einbringen und mitgestalten wollen.
Strategien zur Umsetzung
Partizipative Stellenbeschreibungen
Stellenanzeigen sollten auf die Möglichkeit hinweisen, Prozesse mitzugestalten und zu optimieren.
Flexibilität in der Rollengestaltung
Flexibilität bei den Aufgabenbereichen ermöglichen und aufzeigen, wie die Rolle sich entwickeln könnte.
Einbeziehung der Bewerber in Entscheidungsprozesse
Schon im Bewerbungsprozess sollte diskutiert werden, wie die Kandidaten zur Weiterentwicklung der Praxis beitragen können.
Fehler 2: Anonymität statt Personalisierung
Der zweite Fehler betrifft die Präsentation der Praxis in der Öffentlichkeit, insbesondere in sozialen Medien. Viele Praxen verzichten darauf, sich und ihr Team durch Bilder und Geschichten in sozialen Netzwerken vorzustellen. Dies führt dazu, dass die Praxis als anonym und unpersönlich wahrgenommen wird.
Die Kraft der sozialen Medien nutzen
Durch die Nutzung sozialer Medien können Praxen eine stärkere, persönlichere Verbindung zu potenziellen Bewerbern aufbauen. Bilder von Ärzten und Mitarbeitern, Einblicke in den Praxisalltag und die Präsentation des Teams als eine Gemeinschaft können Sympathien wecken und bei den Bewerbern den Wunsch nach Zugehörigkeit vermitteln.
Maßnahmen zur Verbesserung der Sichtbarkeit
Regelmäßige Posts
Einblicke in den Alltag der Praxis, besondere Ereignisse und das Teamleben teilen.
Authentische Darstellung
Echte, ungestellte Fotos verwenden, die die Praxisgemeinschaft und ihre Werte widerspiegeln.
Interaktion mit der Community
Auf Kommentare und Nachrichten reagieren, um eine aktive Gemeinschaft zu fördern.
Fazit
Die Korrektur dieser beiden Fehler kann erheblich dazu beitragen, die Attraktivität einer Arztpraxis als Arbeitsplatz zu steigern. Durch die Förderung eines flexiblen, entwicklungsoffenen Systems und die Nutzung der sozialen Medien zur Personalisierung des Arbeitsumfelds können Praxen nicht nur qualifiziertes Personal anziehen, sondern auch langfristig binden. In einer Zeit, in der qualifizierte Fachkräfte zunehmend schwieriger zu gewinnen sind, können diese Anpassungen einen entscheidenden Vorteil darstellen.
