Sind MFA moderne Galeeren-Sklaven?

Worum es geht

In manchen Haus- und Facharztpraxen herrschen Zustände, die an die dunklen Zeiten erinnern, als Galeeren-Sklaven unter unwürdigen Bedingungen schuften mussten. Diese Metapher verdeutlicht die leider erschreckende Realität, der ein Teil des Personals nach den Resultaten der im Rahmen von Praxismanagement-Betriebsvergleichen durchgeführten Mitarbeiterbefragungen ausgesetzt ist. Hier ist ein detaillierter Einblick in die Faktoren, die einzeln oder kombiniert die misslichen Arbeitsverhältnisse prägen, denen sich ein Teil der Medizinischen Fachangestellten gegenübersehen.

Mangelhafte Arbeitsgeräte

Neben nicht-ergonomischen Arbeitsplätzen und nur unzureichend funktionierenden Hilfsmittel beschreiben die Mitarbeiterinnen, dass sie sich veraltete Geräte wie z. B. PCs mit einem langsamen Prozessor teilen müssen. Diese Situation ist nicht nur ineffizient, sondern erhöht den Stresspegel enorm, da das Personal ständig unter Zeitdruck steht und die technischen Einschränkungen ihre Arbeit zusätzlich erschweren.

Fehlende Wertschätzung

Eine häufig geäußerte Klage ist, dass die geleistete Arbeit kaum oder gar nicht wertgeschätzt wird. Lob und Anerkennung sind selten, die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter entsprechend gering. Dieses Klima der Geringschätzung führt zu einer hohen Mitarbeiterfluktuation und einem dauerhaft angespannten Arbeitsumfeld.

Überlastung ohne Pausen

Als weiterer Kritikpunkt wird genannt, dass die Arbeitsdichte so hoch ist, dass Pausen oft ein unerreichbarer Luxus bleiben. Es gibt keinen eigenen Pausenraum, in dem sich die Mitarbeiter erholen könnten. Stattdessen müssen sie ihre Zwischendurch-Mahlzeiten im Stehen oder in einem Außenbereich der Praxis einnehmen, was zu einer anhaltenden Erschöpfung führt.

Eingeschränkte Urlaubsplanung

Ein weitverbreitetes Ärgernis ist, dass Urlaubszeiten ausschließlich nach den Vorgaben des Praxisinhabers festgelegt werden, ohne Rücksicht auf die persönlichen Bedürfnisse oder Präferenzen der Angestellten. Hierdurch kommt es zu einer erheblichen Einschränkung der Work-Life-Balance, wodurch das Gefühl der Fremdbestimmung weiter verstärkt wird.

Ignorierte Verbesserungsvorschläge

Große Frustration entsteht dadurch, dass Ideen, die das Personal zu notwendigen Veränderungen der Arbeit äußert, werden systematisch ignoriert werden. Auf diese Weise bleiben nicht nur wertvolle Ansätze zur Optimierung der Praxisabläufe unrealisiert, sondern das Verhalten der Praxisinhaber demotiviert die Mitarbeiter zusätzlich, da sie sich nicht gehört und wertgeschätzt fühlen.

Strikte Anweisungen ohne Selbstbestimmung

Eine weitere Negativ-Erfahrung besteht darin, dass die Arbeit streng nach Anweisung und Vorgabe des Praxischefs erfolgt, ohne dass den Mitarbeitern Spielraum für eigene Entscheidungen oder kreative Lösungsansätze bleibt. Diese rigide Arbeitsweise erstickt die Eigeninitiative und das Verantwortungsgefühl des Personals, es kommt zu Dienst nach Vorschrift.

Inkonsistente Arbeitsanweisungen

Das nächste Kennzeichen der „Galeeren-Praxen“ ist, dass Arbeitsanweisungen und Qualitätskriterien in ihrer Ausgestaltung und Interpretation häufig wechseln und es zu Verwirrung und Frustration kommt. Diese inkonsistente Führung erschwert es, konstant gute Arbeit zu leisten und erhöht das Stress-Level weiter.

Launisches Verhalten des Chefs

Auch ein launisches Verhalten des Chefs trägt weiter zur Unsicherheit bei. Die Mitarbeiterinnen müssen konstant auf unvorhersehbare Reaktionen und Stimmungswechsel gefasst sein, was die Stress-Eskalation weiter fördert.

Zurechtweisungen vor Patienten

Die Kommentare der Mitarbeiterbefragungen zeigen, dass es keine Seltenheit ist, dass Mitarbeiterinnen im Beisein von Patienten und Kolleginnen zurechtgewiesen werden. Dieses Verhalten untergräbt nicht nur das Selbstwertgefühl der Betroffenen, sondern schadet auch dem professionellen Image der Praxis und dem Vertrauen der Patienten.

Unfreundlicher Ton des Chefs

Häufig angeführt wird ein unfreundlicher Ton der Chefs. Diese Art der Kommunikation schafft ein feindseliges Arbeitsumfeld, das die Moral und Produktivität des Personals erheblich beeinträchtigt.

Ständige Kritik

Anstelle konstruktiven Feedbacks sehen sich die Mitarbeiterinnen meist nur kritischen Bewertungen ihrer Arbeit ausgesetzt. Diese einseitige Negativbewertung zermürbt die Angestellten und führt zu einem Gefühl der Minderwertigkeit und Resignation.

Mangelnde Information

Kritisiert wird auch, dass Praxis-Chefs das Personal selten oder gar nicht über wichtige Entscheidungen, Veränderungen oder Pläne informieren. Diese mangelnde Kommunikation erzeugt ein Gefühl der Isolation und Unsicherheit, da die Mitarbeiter oft nicht wissen, worauf sie sich einstellen müssen.

Fazit

Insgesamt zeigen diese Beschreibungen aus Mitarbeiter-Befragungen, dass in einem Teil der Arztpraxen durch Verhaltens-Veränderungen der Praxisinhaber nicht nur das menschliche Miteinander, sondern auch die Arbeits-Effizienz deutlich verbesserter wären. Es bleibt zu hoffen, dass die Resultate der Befragungen bei einigen der Ärzte, in deren Praxen die Betriebsvergleiche durchgeführt wurden, zu Sensibilisierungen geführt haben.

Reflect. Analyze. Advance.
Reflect. Analyze. Advance.

Weiterführende Literatur

  • Bauer, J. (2021). Arbeitsbedingungen in Arztpraxen: Eine Studie zur Belastung von Medizinischen Fachangestellten. Springer.
  • Müller, K. & Schmitt, R. (2020). Burnout bei MFA: Ursachen und Präventionsmaßnahmen. Deutscher Ärzteverlag.
  • Hoffmann, A. (2019). Mitarbeiterzufriedenheit in Praxen: Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage. Thieme.
  • Schneider, B. (2022). Moderne Sklaverei? Arbeitsbedingungen von MFA im Fokus. Urban & Fischer.
  • Krause, D. & Meier, P. (2021). Führungskultur in Arztpraxen: Auswirkungen auf die Motivation von MFA. Elsevier.
  • Weiß, G. (2020). Praxismanagement: Wertschätzung als Schlüssel zur Mitarbeiterbindung. Springer.
  • Hartmann, S. (2019). Arbeitsrecht in der Praxis: Rechtliche Aspekte der Beschäftigung von MFA. Deutscher Ärzteverlag.
  • Fuchs, C. & Riedel, J. (2022). Work-Life-Balance für MFA: Herausforderungen und Lösungsansätze. Thieme.
  • Becker, M. (2021). Mitarbeiterführung in Praxen: Kommunikation, Motivation, Konfliktmanagement. Urban & Fischer.
  • Schröder, L. (2020). Gesundheitsmanagement für MFA: Prävention von Stress und Burnout. Elsevier.

Anmerkung: Wir nutzen zur Erhöhung der strukturellen Lesefreundlichkeit unserer Texte, zur Nutzer-Optimierung der Inhalte, für das Qualitätsmanagement formaler Aspekte und zur Generierung attraktiver, kontextadäquater Bilder die Assistenz Künstlicher Intelligenz. Darüber hinaus hilft uns die KI bei der Analyse von Leserfeedback, der Anpassung an Trends und der kontinuierlichen Verbesserung unserer Inhalte, um Ihnen stets das bestmögliche Leseerlebnis zu bieten.