Digitalisierung der Arztpraxis: Wie niedergelassene Ärzte den Digitalen Prädispositions-Status (DPS) ihres Praxismanagements bestimmen können

Worum es geht

Eine zielgerichtete und vor allem nutzbringende Digitalisierung von Arztpraxen benötigt als Grundlage ein funktionsfähiges Praxismanagement. Mithilfe eines einfachen Verfahrens kann bestimmt werden, wie prädisponiert die Arbeit in Arztpraxen für die Einführung von Digital-Lösungen ist und welche Optimierungen notwendig sind.

Der Erfolg der digitalen Transformation ist auch eine Frage der Praxismanagement-Qualität

Wenn über den Einsatz von Digital-Lösungen in Arztpraxen gesprochen wird, dominieren technische Aspekte und die Beschreibungen der vielfältigen Vorteile. Kaum Beachtung finden hierbei jedoch die Anwendungs-Voraussetzungen in den Praxisbetrieben, d. h. das gegenwärtig praktizierte Praxismanagement. Funktioniert die Praxisführung nicht oder nur unzureichend, lassen sich Digital-Applikationen, egal welcher Art, nur schwer etablieren bzw. erreichen nicht ihren vollen Wirkungsgrad. Deshalb ist es notwendig, zunächst den Digitalen Prädispositions-Status (DPS) zu bestimmen, um so zu identifizieren, was ggf. verändert werden muss, um in eine optimale Einsatz-Ausgangssituation für digitale Angebote zu gelangen.

In der 360-Grad-Sicht zum Prädispositions-Status

Mithilfe einer speziellen Benchmarking-Analyse werden zu diesem Zweck die in einer Praxis umgesetzten Regelungen und eingesetzten Instrumente aller Digitalisierungs-relevanten Praxismanagement-Aktionsbereiche untersucht,
Grundlage hierfür ist ein Vergleich der jeweiligen Praxisbedingungen mit der Best Practice-Leitlinie der Praxisführung. Sie beschreibt alle für ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement notwendigen Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen und ist damit das geeignete Instrument, um den Grad der Prädisposition von Praxisbetrieben für digitale Anwendungen zu bestimmen.
Ein integriertes „Digital-Optimeter“ identifiziert die möglichen Optimierungsansätze zur Verbesserung des DPS.

Die DPS-Typologie

Mit Hilfe des DPS lassen sich Arztpraxen wie folgt klassifizieren:
– Liegt der Wert über 80 %, ist eine Praxis „digital-bereit“, es liegen optimale Bedingungen für die Einbindung und Anwendung vor (Digital-Erfolgspraxis).
– Ein Score zwischen 60 % und 80 % beschreibt einen „digital-vorbereiteten“ Zustand, in Praxen dieses Typs müssen nur wenige Aspekte des Praxismanagements korrigiert werden, um digital-bereit zu sein (Digital-Entwicklungspraxis).
– Zwischen 40 % und 60 % befinden sich die „digital-ambivalenten“ Praxisbetriebe (Digital-Aufbaupraxen), sie sind durch gravierendere Probleme in der Praxisführung geprägt, die teilweise zunächst korrigiert werden müssen, um digitale Lösungen in ihrem vollen Umfang nutzen zu können. Werden umfassende problembeseitigende Aktivitäten tatsächlich eingeleitet, steht der Anwendung aber kein Hindernis mehr im Weg.
– Bei Werten unter 40 % ist eine Arztpraxis gegenwärtig „digital-ungeeignet“ (Analoge Arztpraxen).

Die essenzielle Rolle der DPS-Bestimmung für eine erfolgreiche Digitalisierung in Arztpraxen

Der Schritt in die digitale Zukunft einer Arztpraxis hängt entscheidend von der Fähigkeit ab, den Digitalen Prädispositions-Status (DPS) präzise zu erfassen. Diese Bestimmung ist nicht nur eine technische Notwendigkeit, sondern vielmehr ein strategischer Imperativ. In einer Zeit, in der Digitalisierung nicht nur als Trend, sondern als integraler Bestandteil einer modernen Praxisführung gilt, wird die DPS-Bestimmung zur unverzichtbaren Grundlage für jegliche Digitalisierungsinitiativen.

Der DPS fungiert als eine Art diagnostisches Werkzeug, das aufzeigt, wie ‘digital-fit’ eine Praxis tatsächlich ist. Es ist vergleichbar mit einer medizinischen Anamnese, die vor jeder Behandlung steht: Ohne eine umfassende Bestandsaufnahme und Analyse der Ist-Situation kann keine zielgerichtete, effektive Therapie eingeleitet werden. Genauso verhält es sich mit der Digitalisierung in Arztpraxen. Der DPS offenbart die Stärken und Schwächen einer Praxis in Bezug auf die digitale Integration und ermöglicht es, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, die nicht nur auf dem Papier überzeugen, sondern in der realen Praxisumgebung funktionieren.

Dieser Prozess ist umso wichtiger, da die Einführung digitaler Lösungen kein Selbstzweck ist, sondern darauf abzielt, die Effizienz, Patientenversorgung und letztlich den Praxiserfolg zu steigern. Eine unzureichende Vorbereitung oder mangelnde Anpassung an die digitalen Bedingungen kann dazu führen, dass Technologien nicht ihr volles Potenzial entfalten oder sogar zusätzliche Probleme verursachen. Hier bietet der DPS eine klare Orientierung und dient als Wegweiser für eine erfolgreiche digitale Transformation.

Durch die Ermittlung des DPS können niedergelassene Ärzte erkennen, wo sie auf ihrem digitalen Weg stehen und welche Schritte nötig sind, um die digitale Reife ihrer Praxis zu erhöhen. Es ist eine zentrale Erkenntnis, dass der Erfolg digitaler Projekte nicht allein von der Technologie abhängt, sondern in hohem Maße von der Fähigkeit und Bereitschaft des Praxismanagements, digitale Veränderungen anzunehmen und umzusetzen. In diesem Sinne ist die Bestimmung des DPS nicht nur ein Instrument zur Bewertung des Status quo, sondern ein entscheidender Faktor für die Zukunftsfähigkeit einer Arztpraxis in einer zunehmend digitalisierten Welt.