Die Nachteile eines isolierten Ad-hoc-Managements in der Arztpraxis

❓Worum es geht

Das isolierte Ad-hoc-Management ist das am häufigsten in Deutschland genutzte Praxisführungs-Modell, das sich bei der Gestaltung des Praxismanagements ohne Außenbezug auf die validierte Leitlinie des Best Practice-Standards allein auf subjektive Erfahrung, Intuition und situative Einschätzungen stützt. Seine Umsetzung ist einfach, die Nachteile überwiegen jedoch.

📍Mangel an Systematik und Konsistenz

Ein Hauptnachteil des Ad-hoc-Managements ist der Mangel an Systematik und Konsistenz in den Entscheidungsprozessen. Ohne klare Leitlinien oder Vergleichsgrößen kommt es zu inkonsistenten Entscheidungen, die die Effizienz und Effektivität einer Praxis beeinträchtigen.

📍 Fehlende Transparenz

Im Ad-hoc-Management werden Entscheidungen oft auf der Grundlage von Intuition oder persönlicher Erfahrungen und Sichtweisen der Praxisinhaber getroffen, was den Prozess weniger transparent macht. Das erschwert nicht nur die Nachvollziehbarkeit für das Team, sondern kann auch bei der Kommunikation mit Patienten problematisch sein.

📍 Geringere Anpassungsfähigkeit an Veränderungen

Ohne Referenz zum Best Practice-Standard fehlt der Praxis ein objektiver Maßstab für ihre Leistung und für notwendige Verbesserungen. Der Standard beschreibt alle Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die in den Aktionsbereichen der Praxisführung, von der Planung über Marktforschung, Organisation, Führung, Patientenbetreuung und Marketing bis zum Controlling, für eine auch unter wechselnden Anforderungen reibungslos funktionierende Arbeit unerlässlich sind.
Der fehlende Vergleich führt u. a. auch dazu, dass Anpassungen an Veränderungen im Gesundheitswesen oder den Patienten-Anforderungen nur zögerlich oder unzureichend vorgenommen werden.

📍 Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwachstellen

In einem Ad-hoc-Modell ist die Identifizierung von Schwachstellen und Verbesserungspotenzialen kaum möglich. Ohne objektive Daten ist es schwierig sein, spezifische Bereiche auszumachen, in denen die Praxis ineffizient arbeitet oder die Patientenversorgung suboptimal ist.

📍 Risiko von Fehlentscheidungen

Die Abhängigkeit von Intuition und Erfahrung im Ad-hoc-Management erhöht das Risiko von Fehlentscheidungen, denn fehlende objektive Daten bewirken, dass subjektive oder emotionale Faktoren den Entscheidungsprozess leiten.

📍 Geringere Mitarbeitermotivation

Das Fehlen eines klaren und systematischen Managementansatzes beeinträchtigt auch die Motivation des Praxisteams. Mitarbeiter fühlen sich unsicher, wenn es keine klaren Standards und Erwartungen gibt, an denen sie ihre Leistung messen können.

‼️Fazit

Eine isoliertes Ad-hoc-Management ist mit einer Vielzahl von Nachteilen verbunden. Diese reichen von einer geringeren Konsistenz und Transparenz in den Entscheidungsprozessen bis zu einem erhöhten Risiko für Fehlentscheidungen. Wie sich diese Probleme vermeiden lassen, beschreibt die Publikation “Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte – Methode, Anwendung und Nutzen”.

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