Fortbildung trifft Analyse (FOTAN) – SkillScan zum Thema: „Mit Patienten verhandeln“

Worum es geht

Niedergelassene Ärzte müssen zunehmend mit Patienten verhandeln, weil sich die Gesundheitslandschaft in mehreren wesentlichen Aspekten verändert hat:

Informierte Patienten: Durch das Internet und soziale Medien sind Patienten besser informiert und neigen dazu, aktiver an Entscheidungen über ihre Gesundheitsversorgung beteiligt zu sein. Sie hinterfragen häufiger Behandlungsempfehlungen und erwarten maßgeschneiderte Lösungen.

Ökonomischer Druck: Mit steigenden Betriebskosten, Fachkräftemangel und Inflation stehen Ärzte unter Druck, effizient zu arbeiten. Dies kann zu Spannungen führen, wenn Patienten intensive oder teure Behandlungen erwarten.

Zunehmende Behandlungsoptionen: Die medizinische Wissenschaft entwickelt sich ständig weiter, und es gibt häufig mehrere Behandlungsmöglichkeiten für eine Erkrankung. Ärzte müssen diese Optionen mit ihren Patienten besprechen und gemeinsam entscheiden, welcher Weg am besten ist.

Erwartungen an Servicequalität: Patienten erwarten heute ein höheres Maß an Service und Aufmerksamkeit in Arztpraxen. Sie möchten als Individuen behandelt werden und erwarten eine persönliche, patientenorientierte Betreuung.

Selbstmanagement von Gesundheit: Mit dem Aufkommen von Gesundheits-Apps und Wearables übernehmen viele Menschen ein größeres Maß an Selbstverantwortung für ihre Gesundheit. Dies führt zu einer neuen Dynamik in der Arzt-Patienten-Beziehung, in der gemeinsame Entscheidungsfindung und Verhandlung eine größere Rolle spielen.

Diese Veränderungen führen dazu, dass niedergelassene Ärzte zunehmend in Situationen kommen, in denen sie mit ihren Patienten verhandeln müssen, um die besten Gesundheitsentscheidungen zu treffen. Es geht darum, gemeinsam mit dem Patienten zu einer Übereinkunft zu kommen, die sowohl medizinisch sinnvoll als auch für den Patienten akzeptabel und umsetzbar ist.

Der folgende Selbsttest ermöglicht Ihnen, überprüfen, inwieweit sie auf die zunehmende Herausforderung, mit Patienten zu verhandeln, vorbereitet sind.

SkillScan-Meter

Beantworten Sie die folgenden Aussagen / Fragen nach folgenden Kriterien und mit den zugehörigen Punktwerten:

  • 0: Trifft überhaupt nicht zu
  • 1: Trifft eher nicht zu
  • 2: Teilweise zutreffend
  • 3: Trifft überwiegend zu
  • 4: Trifft vollkommen zu

Addieren Sie abschließend die sich ergebenden Punktzahlen.

SkillScan-Survey

  1. Ich fühle mich sicher, wenn ich mit Patienten über ihre Behandlungsoptionen spreche.
  2. Ich kann komplexe medizinische Sachverhalte einfach und verständlich erklären.
  3. Ich nehme mir Zeit, um auf die Bedenken und Ängste der Patienten einzugehen.
  4. Ich bin fähig, auch bei schwierigen Gesprächen ruhig und professionell zu bleiben.
  5. Ich kann gut einschätzen, wann ein Patient zusätzliche Informationen benötigt.
  6. Ich frage aktiv nach der Meinung und den Wünschen des Patienten.
  7. Ich bin in der Lage, Kompromisse zu finden, die sowohl für mich als auch für den Patienten akzeptabel sind.
  8. Ich kann meine eigene Meinung klar und deutlich vertreten.
  9. Ich bin in der Lage, emotionale Signale von Patienten richtig zu deuten.
  10. Ich kann gut mit unterschiedlichen Persönlichkeitstypen umgehen.
  11. Ich behalte den Überblick über das Gespräch, auch wenn es komplex wird.
  12. Ich kann auch bei widersprüchlichen Ansichten einen gemeinsamen Nenner finden.
  13. Ich vermeide Fachjargon, um sicherzustellen, dass der Patient mich versteht.
  14. Ich bin geduldig, auch wenn ein Patient Schwierigkeiten hat, Informationen zu verstehen oder Entscheidungen zu treffen.
  15. Ich erkenne, wenn ein Patient zusätzliche Unterstützung benötigt.
  16. Ich kann meine eigenen Emotionen während eines Gesprächs gut kontrollieren.
  17. Ich bin in der Lage, kritische Rückmeldungen von Patienten konstruktiv zu nutzen.
  18. Ich stelle sicher, dass der Patient alle Optionen und deren Konsequenzen versteht.
  19. Ich ermutige Patienten, Fragen zu stellen und ihre Anliegen zu äußern.
  20. Ich kann effektiv mit Einwänden oder Widerstand von Patienten umgehen.
  21. Ich versuche aktiv, die Perspektive des Patienten zu verstehen.
  22. Ich nutze aktives Zuhören, um die Bedürfnisse des Patienten zu erfassen.
  23. Ich kann ein Gespräch so lenken, dass es zu einer konstruktiven Lösung kommt.
  24. Ich bin in der Lage, auch unter Druck sachlich und empathisch zu kommunizieren.
  25. Ich erkenne, wann ein Patient zögert oder unsicher ist.
  26. Ich kann meine Empfehlungen klar und überzeugend präsentieren.
  27. Ich halte das Gleichgewicht zwischen Empathie und professioneller Distanz.
  28. Ich kann effektiv mit Sprachbarrieren oder kulturellen Unterschieden umgehen.
  29. Ich nehme mir Zeit, um sicherzustellen, dass der Patient alle Informationen verstanden hat.
  30. Ich überprüfe regelmäßig mein eigenes Verhalten und meine Kommunikationsfähigkeiten.

SkillScan-Analysis

0-30 Punkte: Anfänger

Ihre Fähigkeiten in der Patientenverhandlung sind noch entwicklungsbedürftig. Es gibt viele Bereiche, in denen Sie sich verbessern können. Überlegen Sie, ob Fortbildungen oder Coachings Ihnen helfen könnten.

31-60 Punkte: Fortgeschritten

Sie haben grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit Patienten, aber es gibt Raum für Verbesserungen. Achten Sie auf Bereiche, in denen Sie unsicher sind, und arbeiten Sie gezielt daran.

61-90 Punkte: Erfahren

Sie sind gut in der Lage, mit Patienten zu verhandeln, doch auch hier gibt es noch Potenzial zur Weiterentwicklung. Überlegen Sie, welche spezifischen Aspekte Ihrer Kommunikation verbessert werden könnten.

91-110 Punkte: Sehr erfahren

Sie besitzen fortgeschrittene Fähigkeiten in der Patientenverhandlung. Es gibt nur wenige Bereiche, in denen Sie sich noch verbessern können.

111-120 Punkte: Experte

Ihre Fähigkeiten in der Patientenverhandlung sind hervorragend. Sie sind ein Vorbild in der effektiven und empathischen Patientenkommunikation. Denken Sie darüber nach, Ihr Wissen mit Kollegen zu teilen.

QuickStart-Guide zum Thema: “Mit Patienten verhandeln.“

In der Patientenverhandlung ist es essentiell, Sicherheit in der Kommunikation zu entwickeln. Dies beginnt mit der Fähigkeit, sicher über Behandlungsoptionen zu sprechen und setzt sich fort in der Vereinfachung komplexer medizinischer Sachverhalte, um sie für Patienten verständlich zu machen. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, sich die Zeit zu nehmen, um auf die Bedenken und Ängste der Patienten einzugehen, was ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen erfordert.

Eine ruhige und professionelle Haltung auch in schwierigen Gesprächen zu bewahren, ist entscheidend. Dies beinhaltet die Fähigkeit, komplexe Informationen verständlich darzulegen und aktiv nach der Meinung und den Wünschen der Patienten zu fragen. Um dies zu erreichen, ist es wichtig, ein Verständnis für unterschiedliche Persönlichkeitstypen zu entwickeln und die Fähigkeit zu besitzen, mit diesen unterschiedlich umgehen zu können.

Die Fähigkeit, Kompromisse zu finden, die für beide Seiten akzeptabel sind, sowie die eigene Meinung klar und deutlich zu vertreten, sind ebenfalls wichtige Elemente. Dies erfordert auch ein gutes Verständnis für emotionale Signale der Patienten und die Fähigkeit, diese richtig zu deuten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das aktive Zuhören, um die Bedürfnisse und Sorgen der Patienten wirklich zu verstehen und darauf eingehen zu können.

Um effektiv mit Einwänden oder Widerstand umgehen zu können, ist es notwendig, die Perspektive des Patienten zu verstehen und ein Gespräch so zu lenken, dass es zu einer konstruktiven Lösung kommt. Dies beinhaltet auch, Empfehlungen klar und überzeugend zu präsentieren und gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen Empathie und professioneller Distanz zu halten.

In der heutigen globalisierten Welt ist es außerdem unerlässlich, effektiv mit Sprachbarrieren oder kulturellen Unterschieden umgehen zu können. Dies erfordert eine kontinuierliche Selbstreflexion und das Streben nach Verbesserung der eigenen Kommunikationsfähigkeiten.

Insgesamt ist die Fähigkeit, mit Patienten effektiv zu verhandeln, eine Kombination aus Kommunikationsgeschick, Einfühlungsvermögen, Anpassungsfähigkeit und Selbstreflexion. Diese Fähigkeiten kontinuierlich zu entwickeln und zu verbessern, wird nicht nur die Qualität der Patientenbetreuung erhöhen, sondern auch zur persönlichen und beruflichen Zufriedenheit beitragen.