Worum es geht
Der Begriff „Behandler-Diskontinuität“ beschreibt die Situation, in der Patienten in einer Arztpraxis nicht konsistent von demselben Arzt, sondern abwechselnd von verschiedenen Ärzten behandelt werden. Diese Diskontinuität hat verschiedene negative Auswirkungen auf die Patienten, die im Folgenden erläutert werden.
Die negativen Auswirkungen der Behandler-Diskontinuität
Vertrauensverlust: Eine kontinuierliche Arzt-Patient-Beziehung fördert das Vertrauen und die Offenheit. Häufige Wechsel können dieses Vertrauen untergraben, was sich negativ auf die Qualität der Versorgung und die Patientenzufriedenheit auswirkt.
Unvollständige oder fragmentierte Patienteninformation: Mit jedem Arztwechsel besteht das Risiko, dass wichtige Informationen über den Patienten verloren gehen oder nicht vollständig weitergegeben werden. Dies kann zu Fehlern in der Diagnose oder Behandlung führen.
Verzögerte Diagnosen und Behandlungen: Die Einarbeitung in die Patientenhistorie kann Zeit in Anspruch nehmen, was bei häufigem Wechsel zu Verzögerungen und Wartezeiten führt.
Geringere Patientenzufriedenheit: Patienten bevorzugen eine kontinuierliche Betreuung durch einen ihnen bekannten Arzt. Häufige Wechsel erzeugen zu Unzufriedenheit und ein Gefühl der Anonymität.
Fehlende persönliche Betreuung: Eine kontinuierliche Behandlung erlaubt es dem Arzt, eine persönliche Beziehung zum Patienten aufzubauen und individuelle Besonderheiten zu berücksichtigen. Bei Behandler-Diskontinuität geht dieser Vorteil verloren.
Höheres Risiko für Komplikationen und Fehler: Die mangelnde Kontinuität kann zu Kommunikationsfehlern führen und das Risiko für medizinische Fehler erhöhen, da jeder neue Arzt sich erst in die Patientengeschichte einarbeiten muss.
Ineffiziente Nutzung von Ressourcen: Jeder Arztwechsel erfordert eine gewisse Einarbeitungszeit in die Vorgeschichte der Patienten, woraus eine ineffizienten Nutzung von Zeit und Ressourcen resultieren.
Emotionale Belastung für den Patienten: Der ständige Wechsel von Ärzten kann für Patienten, besonders in Zeiten von Krankheit und Stress, eine zusätzliche emotionale Belastung darstellen.
Fazit
Die Behandler-Diskontinuität in einer Praxis mit mehreren Ärzten kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Patienten haben, von einem Vertrauensverlust über verzögerte Behandlungen bis zu einer erhöhten Fehleranfälligkeit. Es ist daher entscheidend, Strategien zur Minimierung der Behandler-Diskontinuität zu entwickeln und umzusetzen, um die Qualität der Patientenversorgung, die Zufriedenheit der Patienten und die Effizienz der Praxis zu verbessern. Ein Ansatz könnte darin bestehen, die Patienten so weit wie möglich von demselben Arzt betreuen zu lassen oder zumindest sicherzustellen, dass Übergaben zwischen Ärzten systematisch, umfassend und nach vorheriger Absprache mit dem Patienten erfolgen, um Informationsverluste zu vermeiden und die Kontinuität der Versorgung zu gewährleisten.