Worum es geht
Die “TeamFiction” bezeichnet eine verbreitete Fehleinschätzung unter Praxisinhabern bezüglich der tatsächlichen Qualität und Effektivität der Zusammenarbeit ihres Personals. Viele nehmen an, dass ihre Mitarbeiter als kohäsives Team agieren, während in Wirklichkeit oft nur lose Gruppen ohne tiefe Kooperation oder gemeinsame Zielsetzung existieren. Dieses Missverständnis hat signifikante negative Konsequenzen für das Praxismanagement und den Praxiserfolg.
Fehlinterpretation der Teamdynamik
Der Glaube an eine funktionierende Teamdynamik, wo tatsächlich keine existiert, führt zu einer Reihe von Problemen. Ohne ein echtes Teamgefühl werden Entscheidungen, die auf der Annahme einer harmonischen und effizienten Zusammenarbeit basieren, oft nicht die erwarteten Ergebnisse liefern. So bleiben Konflikte unerkannt und werden nicht adressiert, was langfristig die Arbeitsatmosphäre und die Mitarbeiterzufriedenheit beeinträchtigt.
Mangelnde Effizienz und Produktivität
In Praxen, in denen anstelle von echten Teams lediglich Gruppen arbeiten, fehlt es häufig an einer abgestimmten Vorgehensweise und gemeinsamen Zielen. Daraus resultieren ineffiziente Arbeitsprozesse, Doppelarbeit und eine allgemein niedrigere Produktivität. Der Glaube an eine nicht vorhandene Teamdynamik verhindert, dass diese grundlegenden Probleme erkannt und behoben werden.
Fehlallokation von Ressourcen
Praxisinhaber, die von der “TeamFiction” beeinflusst sind, neigen dazu, Ressourcen – sei es Zeit, Geld oder Personalentwicklung – basierend auf dieser fehlerhaften Annahme zu allokieren. Investitionen in Teambuilding-Maßnahmen oder -Tools, die nicht den Kern des Problems betreffen, weil sie von der falschen Voraussetzung ausgehen, können sich als ineffektiv erweisen und wertvolle Ressourcen verschwenden.
Schwierigkeiten bei der Zielsetzung und -erreichung
Die fehlerhafte Wahrnehmung der Arbeitsdynamik erschwert es, realistische und erreichbare Ziele für die Praxis zu setzen. Ohne ein echtes Verständnis dafür, wie das Personal zusammenarbeitet, werden oft Ziele festgelegt, die nicht mit den tatsächlichen Kapazitäten und der Arbeitsweise der Gruppe übereinstimmen. Hierdurch entsteht Frustration, wenn gesetzte Ziele regelmäßig verfehlt werden und die Motivation des Personals wird weiter untergraben.
Barrieren für echte Teamentwicklung
Ein vielleicht noch gravierenderer Aspekt der “TeamFiction” ist die verpasste Chance zur Entwicklung eines echten Teams. Solange Praxisinhaber glauben, dass ihr Personal bereits effektiv als Team arbeitet, werden sie keine Anstrengungen unternehmen, die tatsächlichen Dynamiken zu verbessern und ein Umfeld zu schaffen, das echte Teamarbeit fördert. Das verhindert, dass das volle Potenzial des Personals ausgeschöpft wird und sich eine Kultur der Zusammenarbeit, des Vertrauens und der gegenseitigen Unterstützung entwickeln kann.
Fazit
Die “TeamFiction” ist eine gefährliche Illusion, die die Effizienz, Produktivität und letztlich den Erfolg einer Praxis beeinträchtigen kann. Praxisinhaber müssen sich der realen Dynamik ihres Personals bewusst werden und Maßnahmen ergreifen, um aus Gruppen echte Teams zu formen. Dies erfordert eine realistische Einschätzung der aktuellen Zusammenarbeit, gezielte Investitionen in Teamentwicklung und eine fortlaufende Förderung der Teamkultur. Nur so kann die Grundlage für eine nachhaltig erfolgreiche Praxis geschaffen werden.
Relevante Team-Insights
Wer seine Mitarbeiterinnen als Team nachhaltig erfolgreich führen möchte, benötigt Wissen – und keine Annahmen – über folgende Sachverhalte:
- Team Experience Portfolio (TEP)
Wie sieht das aktuelle Selbstbild der Team-Mitglieder aus, gegliedert in eine Beschreibung der Stärken, Schwächen, Bedrohungen und Chancen als Resultat der bisherigen Kooperations-Erfahrungen?
- Overal Team Satisfaction (OTS)
Wie bewerten die Mitarbeiterinnen generell ihren Handlungsrahmen im Vergleich mit ihren Anforderungen?
- Team Harmony Balance (THB)
Wie ausgeprägt ist der Grad der Übereinstimmung unter den Team-Mitgliedern bei der Bewertung ihres Arbeitsrahmens? Die Information kann auch als Indikator für das teaminterne Konfliktpotenzial herangezogen werden.
- Teamwork Quality Score (TQS)
Wie weit ist die Kooperationsqualität im Sinne der Umsetzung „echter“ Teamarbeit ausbildet? Oftmals interagieren die Mitglieder nämlich nur als Gemeinschaft, Gruppe oder Zweckverbund.
- Return on Management (ROM)
Welchen Wirkungseinfluss haben die Teambuilding-Maßnahmen auf die Teamwork-Qualität?
- Team Development-Optionen (TDO)
Welche Ideen und Anregungen existieren aus Mitarbeitersicht, die dazu beitragen, die Teamarbeit weiter zu verbessern?