❓Worum es geht
Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Sie bieten vielfältige Möglichkeiten, Therapien zu ergänzen und Patienten im Umgang mit ihren Erkrankungen zu unterstützen. Trotz des Potenzials, das in diesen Technologien steckt, zögern viele niedergelassene Ärzte, sie ihren Patienten zu verordnen. Ein Hauptargument ist dabei häufig die vermeintlich unzureichende Datenlage oder fehlende Erfahrung mit diesen Anwendungen. Doch diese Risikoaversion bremst nicht nur den medizinischen Fortschritt, sondern enthält eine hilfreiche Unterstützung vor.
ℹ️ Was ist Risikoaversion?
Der Begriff bezeichnet eine Verhaltensweise, bei der Risiken – oft auch nur vermeintliche Risiken – vermieden werden, indem bestimmte Entscheidungen oder Handlungen ausbleiben. In der Medizin äußert sich dies zum Beispiel in der zögerlichen Verordnung neuer Therapiemethoden oder eben Digitaler Gesundheitsanwendungen.
ℹ️ Warum ist die Verordnung von DiGA kein echtes Risiko?
Der Begriff “Risiko” bezeichnet die Möglichkeit des Eintritts eines unerwünschten Ereignisses, das zu Verlust oder Schaden führen könnte.
Doch DiGA müssen in Deutschland strenge regulatorische Prozesse durchlaufen, bevor sie auf den Markt kommen. Das schafft eine hohe Grundvertrauenswürdigkeit und minimiert mögliche Risiken. Hinzu kommt, dass die digitale Natur dieser Anwendungen eine schnelle Sammlung von Patientenfeedback und Erfahrungen ermöglicht, die in Echtzeit analysiert und für Verbesserungen genutzt werden können. Diese zeigen bereits jetzt, dass viele DiGA innovative Ansätze zur Behandlung und Überwachung bieten, die herkömmlichen Methoden überlegen sind.
ℹ️ Die Kosten der Risikoaversion
Durch die Nichtverordnung berauben sich Ärzte selbst der Möglichkeit, Erfahrungen mit diesen Anwendungen zu sammeln und ihre therapeutische Bandbreite zu erweitern.
Gleichzeitig verhindert die zögerliche Haltung den systematischen Aufbau von Erfahrungswerten und Daten, die für die Weiterentwicklung der DiGA essenziell sind.
Letztlich sind es aber die Patienten, die am meisten unter dieser Risikoaversion leiden. Ihnen werden potenziell effektive Behandlungsoptionen vorenthalten, die ihre Lebensqualität erheblich verbessern könnten.
‼️Fazit
Die zögerliche Haltung vieler niedergelassener Ärzte bei der Verordnung digitaler Gesundheitsanwendungen ist ein klassisches Beispiel für Risikoaversion, die in diesem Kontext jedoch weitgehend unbegründet ist. Sie bremst nicht nur den Fortschritt im Gesundheitswesen, sondern hat auch direkte negative Auswirkungen auf das Wohl der Patienten. Es ist an der Zeit, diese Haltung zu überdenken und den Einsatz von DiGA als eine Chance zur Verbesserung der Patientenversorgung und nicht als ein Risiko zu sehen.
Literatur zum Thema „DiGA-Verordnung“
Wie Ärzte erfolgreiche DiGA-#Patientengespräche führen.