Worum es geht
Mit Arztpraxen sind zwei Formen von Compliance assoziiert: Die eine bezieht sich auf das Verhalten der Patienten, die andere auf das des Praxisinhabers. Hier bezeichnet der Begriff die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien, Standards und ethischen Normen. Einerseits ist ein derartiges Verhalten erforderlich, es kann sich jedoch als alleiniges Prinzip auch kontraproduktiv auswirken.
Das Problem der compliance-basierten Digitalkompetenz
Ein Beispiel ist der gegenwärtig zu beobachtende Aufbau einer Compliance-basierten Digitalkompetenz. Gemeint ist, dass Ärzte nur so viel Digital-Know-how aufbauen, wie es zur Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften unbedingt notwendig ist. Dieser Ansatz hat mehrere Nachteile, die sich sowohl auf die individuelle Entwicklung der Praxisinhaber als auch auf die organisatorische Effizienz und Innovationsfähigkeit ihrer Betriebe auswirken:
Begrenzte Innovationsfähigkeit
👎 Indem Ärzte sich lediglich auf das Nötigste beschränkt, entgeht ihnen die Chance, innovative digitale Lösungen zu erkunden, die über die bloße Einhaltung von Vorschriften hinausgehen.
👎 Die rasante Entwicklung im Bereich digitaler Gesundheitstechnologien erfordert eine stetige Anpassung und Erweiterung der Digitalkompetenzen. Eine rein compliance-basierte Herangehensweise hat zur Konsequenz, dass Praxisinhaber nicht ausreichend auf neue Technologien vorbereitet sind.
Eingeschränkte Effizienz
👎 Digitale Werkzeuge vereinfachen und optimieren Prozesse. Eine minimalistische Herangehensweise bedeutet, dass Chancen zur Effizienzsteigerung und Verbesserung der Patientenversorgung sowie des Praxis-Ergebnisses ungenutzt bleiben.
👎 Der Compliance-basierte Ansatz ist reaktiv statt proaktiv ausgerichtet, wodurch Praxisbetriebe langsamer auf Veränderungen reagieren und Optionen für proaktive Verbesserungen, für deren sorgfältige Umsetzung auch Zeit bestünde, verpassen.
Risiken für die Patientenversorgung
👎 Eine begrenzte Digitalkompetenz schränkt den effektiven Einsatz moderner Diagnose- und Behandlungstechnologien ein, was die Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigt.
👎 Digitale Kommunikationstools spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der Patientenbetreuung. Unzureichende Kompetenzen in diesem Bereich führen zu Kommunikationslücken.
Langfristige Wettbewerbsnachteile
👎 Praxisbetriebe, die sich auf minimale digitale Kompetenzen beschränken, geraten im Wettbewerb mit fortschrittlicheren Arztpraxen ins Hintertreffen.
👎 In einer zunehmend vernetzten Gesundheitslandschaft verpassen Ärzte mit begrenzten digitalen Kompetenzen Möglichkeiten für Partnerschaften und Kooperationen.
Weiterführende Informationen
Nur eine gut durchdachte Digitalisierungs-Strategie für alle Optionen, die jenseits der TI-Vorgaben liegen, ermöglicht es Haus- und Fachärzten
- Zeit und Geld effizient einzusetzen,
- Prioritäten zu setzen und alle Aktivitäten perspektivisch an den persönlich wichtigen Zielen auszurichten,
- das Personal systematisch zu schulen und einzuarbeiten,
- Fallstricke zu vermeiden und Veränderungsprozesse abzusichern,
- nachhaltig erfolgreich digital zu agieren.
Alles, was Haus- und Fachärzte hierzu wissen müssen, findet sich in der Publikation: „Digitalisierungs-Strategien: Best Practices zur Entwicklung und inhaltlichen Gestaltung für Haus- und Fachärzte“