Worum es geht
Praxismanagement-Betriebsvergleiche zeigen für Haus- und Facharztpraxen immer wieder einen ausgeprägten “Digitalisierungs-Antagonismus“. Hierbei handelt es sich um den den Gegensatz in den Einstellungen und Handlungen zwischen Praxisinhabern und Medizinischen Fachangestellten in Bezug auf die Einführung und Nutzung digitaler Technologien.
Zwei gegensätzliche Perspektiven
Der Begriff hebt die stark polarisierenden Positionen hervor, bei denen auf der einen Seite die Ärzte oft aus verschiedenen Gründen, wie Komfort mit bestehenden Prozessen, Skepsis gegenüber neuen Technologien oder Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, eine ablehnende oder zögerliche Haltung gegenüber der Digitalisierung einnehmen. Gleichzeitig stehen auf der anderen Seite die Mitarbeiterinnen, die die Vorteile der Technologie erkennen und für deren Nutzung zur Effizienzsteigerung, Verbesserung der Patientenversorgung und Optimierung der Praxisabläufe eintreten.
Die negativen Effekte
Hieraus resultieren vor allem Demotivations-Probleme, denn das Personal arbeitet in einem Umfeld, in dem ihre diesbezüglichen Ideen und Vorschläge nicht gehört oder unterstützt werden. Diese Situation führt dazu, dass die Begeisterung und das Engagement der Mitarbeiterinnen für ihre Arbeit nachlassen, wenn sie wiederholt und auf Dauer erkennen müssen, dass ihre Bemühungen zur Modernisierung und Effizienzsteigerung auf Widerstand stoßen. Das kann zu einer erhöhten Fluktuation führen, da Mitarbeiterinnen nach Arbeitsumgebungen suchen, die ihre Ambitionen und Fähigkeiten besser unterstützen und sie sehen, dass andere Praxen wesentlich fortschrittlicher arbeiten.
Der “Digitalisierungs-Antagonismus” stellt damit für Praxisinhaber eine bedeutende Herausforderung dar, da er
- nicht nur die interne Dynamik und Arbeitsatmosphäre beeinflusst, sondern auch
- direkte Auswirkungen auf die Qualität der Patientenversorgung,
- die Anpassungsfähigkeit der Praxis an moderne Standards und letztlich
- die Zufriedenheit aller Beteiligten
hat.
Literatur zum Thema „Digitalisierung der Arztpraxis“
Nur eine gut durchdachte Digitalisierungs-Strategie für alle Optionen, die jenseits der TI-Vorgaben liegen, ermöglicht es Haus- und Fachärzten
- Zeit und Geld effizient einzusetzen,
- Prioritäten zu setzen und alle Aktivitäten perspektivisch an den persönlich wichtigen Zielen auszurichten,
- das Personal systematisch zu schulen und einzuarbeiten,
- Fallstricke zu vermeiden und Veränderungsprozesse abzusichern,
- nachhaltig erfolgreich digital zu agieren.
Alles, was Haus- und Fachärzte hierzu wissen müssen, findet sich in der Publikation: „Digitalisierungs-Strategien: Best Practices zur Entwicklung und inhaltlichen Gestaltung für Haus- und Fachärzte“