Worum es geht
⌛️ Eines der Argumente niedergelassener Ärzte gegen die Verordnung Digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) ist der Mangel an Zeit, die infrage kommenden Patienten zu interessieren und zu informieren. Die Schätzungen von Praxisinhabern liegt bei 15 bis 20 Minuten. Nimmt man die durchschnittliche Zeit, die ein Arztgespräch in Haus- und Facharztpraxen dauert, etwa acht Minuten, ist diese bei einer professionellen Vorbereitung mit dem Informationsaufwand für eine DiGA jedoch absolut kompatibel und entspricht nicht den Annahmen.
Der Schnellstart
🛗 Für den Gesprächsbeginn können Ärzte sich das Prinzip des Elevator Pitches zueigen machen. Dabei handelt es sich um eine kurze, prägnante und überzeugende Präsentation, die in der Regel nicht länger als 30 Sekunden bis zwei Minuten dauert, also so lange, wie eine durchschnittliche Fahrstuhlfahrt.
🎯 Das Ziel eines derartigen Pitches ist es, das Interesse des Patienten zu wecken und ihm zu vermitteln, dass die vorgeschlagene DiGA nicht nur technologisch fortschrittlich, sondern für ihn auch persönlich relevant und von Nutzen ist. Es geht darum, in kürzester Zeit maximalen Impact zu erzielen und den Patienten zur weiteren Erkundung und Nutzung der DiGA zu motivieren.
Ein Beispiel
☝️Die Struktur eines solchen Pitches könnte folgendermaßen aussehen:
📌 Einleitung (10 Sekunden)
“Die Digitalisierung hat ja in vielen Bereichen unseres Lebens Fortschritte gemacht hat. Das gilt natürlich auch für die Medizin.”
📌 Hauptteil (40 Sekunden)
“Es gibt jetzt eine Digitale Gesundheitsanwendung, kurz DiGA genannt, die speziell entwickelt wurde, um die Therapie Ihres (spezifisches Gesundheitsproblem, z. B. Diabetes-Management) zu unterstützen. Diese DiGA bietet Ihnen tägliche Erinnerungen, personalisierte Ratschläge und ermöglicht es Ihnen und mir, Ihren Gesundungs-Fortschritt genau zu verfolgen. Sie ist wissenschaftlich geprüft und von Experten empfohlen. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen persönlichen Gesundheitsassistenten direkt in Ihrer Tasche!”
📌 Abschluss (10 Sekunden)
“Ich bin überzeugt, diese Anwendung könnte Ihnen wirklich helfen. Würden Sie gerne mehr darüber erfahren?”
Und so geht es weiter
➡️ Willigt der Patient ein, sind weitere 2 bis 3 Minuten, je nach Komplexität der DiGA, notwendig, um die wesentlichen Details und den Nutzen unter Verwendung einer Broschüre zu skizzieren.
➡️ Bleiben unter Berücksichtigung der o. a. durchschnittlichen Gesprächszeit noch weitere 4 Minuten für die Beantwortung von Fragen und die Absprache zum Einsatz der DiGA.
🔄 Und selbst bei geringfügigen Abweichungen dieser theoretischen Werte bewegt sich ein DiGA-Verordnungs-Gespräch vollständig im Rahmen der normalen Patienten-Kommunikation. Voraussetzung ist allerdings eine entsprechende Vorbereitung des Arztes.
Literatur zum Thema
📕 Das DiGA-Verordnungsgespräch – Best Practics für Haus- und Fachärzte.
🛜 Zum Download des QuickStart-Guides…
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