Praxismanagement: Funktion und Nutzen der Informations-Kondensation am Beispiel von Key Performance Indikatoren (KPI)

Worum es geht

Eine der größten Herausforderungen für Praxisinhaber, die ihr Praxismanagement effizienter und perspektivisch nachhaltig gestalten möchten, ist die Komplexität der Materie. Der Beitrag beschreibt, wie es mithilfe der Kennziffern, den Key Performance Indikatoren (KPI), die ein Praxismanagement-Benchmarking liefert, gelingt, dieses Problem durch eine Informations-Kondensation zu beseitigen.

Was ist Informations-Kondensation?

Der Begriff beschreibt den Vorgang, komplexe oder umfangreiche Daten und Fakten auf das Wesentliche zu reduzieren und klar, präzise und für den Gesprächspartner relevant zu kommunizieren.

Informations-Kondensation bezieht sich auf den Prozess der Verdichtung und Vereinfachung von Informationen, um sie dadurch verständlicher, zugänglicher und handlungsrelevant zu machen. Das beinhaltet

  • das Herausfiltern unwichtiger Daten, Angaben und Beschreibungen,
  • die Hervorhebung wichtiger Fakten und
  • die Zusammenfassung komplexer Inhalte in eine prägnante, leicht verständliche und eingängige Form, um Kernaussagen klar und deutlich zu vermitteln.

Was sind KPI?

Für die medizinische Patientenversorgung bilden Laborwerte eine wesentliche Grundlage. Sie dienen mit ihren Referenz-Bereichen und Entscheidungsgrenzen der Diagnostik und der Einteilung von Krankheiten in Schweregrade. Sie werden darüber hinaus für Verlaufs- und Therapiekontrollen eingesetzt, aber auch zur Prävention und zur Ermittlung bzw. Einschätzung von Risikofaktoren.

Analog ist die exakte Beurteilung des Praxismanagements ohne ihr betriebswirtschaftliches Pendant, die Key Performance Indikatoren (KPI), ebenfalls nicht denkbar.

Bei den KPI handelt es sich um Kenngrößen, die durch den Vergleich der Praxismanagement-Daten einer Praxis mit objektiven und repräsentativen Messgrößen, d. h. dem Best Practice- und dem Fachgruppen-Standard entstehen.

Der Best Practice-Standard beschreibt als validierte Leitlinie alle Regelungen, Instrumente und Verhaltensweisen, die in den Aktionsbereichen der Praxisführung, von der Planung über Marktforschung, Organisation, Führung, Patientenbetreuung und Marketing bis zum Controlling, für eine auch unter wechselnden Anforderungen reibungslos funktionierende Arbeit unerlässlich sind.

Funktion der Informations-Kondensation durch KPI

Vereinfachung komplexer Daten

KPI fassen komplexe Daten aus allen Bereichen der Praxisführung zusammen und reduzieren sie auf Kerninformationen.

Zielgerichtete Datenaufbereitung

Durch das Benchmarking werden Daten nicht nur gesammelt, sondern gezielt aufbereitet, um spezifische Leistungsaspekte zu beleuchten. So können auch Interaktionen analysiert werden, etwa die Führungs-Intensität und ihre Auswirkung auf die Team-Arbeit.

Messbare Leistungsindikatoren

Die KPI ermöglichen durch den Best Practice-Vergleich eine objektive Bewertung der Praxisleistung, ganz anders als Praxis-Berater es können.

Entscheidungsunterstützung

Sie bieten konkrete Anhaltspunkte für Entscheidungen in der Praxisführung und unterstützen Praxisinhaber bei der Identifizierung von Handlungsbedarf.

Nutzen der KPI im Praxismanagement-Benchmarking

Effizienzsteigerung

KPI helfen, Ineffizienzen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren, was zu einer Steigerung der Gesamteffizienz der Praxis führt.

Qualitätsmanagement

Durch die Überwachung der KPI-Entwicklung lässt sich die Qualität der medizinischen Versorgung kontinuierlich verbessern.

Strategische Planung

KPIs unterstützen als belastbare und solide Grundlage die langfristige strategische Ausrichtung und Entwicklung einer Praxis.

Risikomanagement

Die frühzeitige Erkennung von Risikofaktoren durch Analyse der KPI eröffnet die Möglichkeit eines proaktiven und präventiven Handelns.

Wettbewerbsvorteile

Durch das Benchmarking mit anderen Fachgruppen-Praxen kommt es zu einem besseren Verständnis des eigenen Standorts im Wettbewerbsumfeld.

Patienten-Orientierung

KPI, die auf Patientenfeedback basieren, unterstützen eine wesentlich stärker patientenzentrierte Praxisführung.

Mitarbeiterengagement

Die Kennziffern können auch zur Bewertung und Motivation des Personals eingesetzt werden, indem klare Ziele und Erfolgsmaßstäbe gesetzt werden.

Fazit

Die Kondensation von Informationen in Form von KPI, die durch ein Praxismanagement-Benchmarking generiert werden, bietet Praxisinhabern ein mächtiges Werkzeug. Sie ermöglicht es, aus der Fülle an verfügbaren Daten die wesentlichen Erkenntnisse zu extrahieren und diese effektiv für die Steuerung und Verbesserung der Praxis zu nutzen. Dies führt zu einer verbesserten Entscheidungsfindung, Effizienzsteigerung und letztlich zu einer höheren Qualität der Patientenversorgung.

Weiterführende Informationen

Die Publikation “Benchmarking des Praxismanagements für Haus- und Fachärzte – Methode, Anwendung und Nutzen” beschreibt detailliert, wie Haus- oder Fachärzte von diesem Ansatz profitieren können.

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